Justizvollzugsanstalt Detmold

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Lebensälterenabteilung

Eine Abteilung für lebensältere Inhaftierte

Seit Juli 2007 besteht in der Justizvollzugsanstalt Detmold eine Abteilung mit 22 Haftplätzen für lebensältere Gefangene in der Regel ab 62 Jahren. Die gesamtgesellschaftliche demographische Entwicklung, die sich auch im Strafvollzug widerspiegelt, eine zunehmende Delinquenz auch älterer Mitbürger sowie eine veränderte gerichtliche Verurteilungspraxis, die durch die Verhängung längerer Freiheitsstrafen und weniger Bewährungsanordnungen gekennzeichnet ist, bilden sich mittlerweile auch in der Belegungsstruktur des nordrhein-westfälischen Strafvollzuges ab.

Diese Gefangenengruppe hat erfahrungsgemäß andere Bedürfnisse als die lebensjüngeren Strafgefangenen zwischen 25 und 45 Jahren. Ein ausgeprägtes Bedürfnis nach einem „ruhigen Vollzug“ ist offenkundig. Subkulturelle Verstrickungen und Gewaltbereitschaft sind bei der „reiferen“ Gefangenengeneration wesentlich geringer ausgeprägt, so dass Sicherheitsaspekten im Rahmen der Unterbringung ein geringerer Stellenwert zukommt. Darüber hinaus bedürfen einige lebensältere Gefangene eines gewissen Schutzraumes innerhalb des Regelvollzuges. Auch der Faktor „Arbeit im Vollzug“ muss in diesem Lebensalter eher den Charakter sinnstiftender Tätigkeiten haben, als der Vorbereitung einer späteren Integration in den Arbeitsmarkt zu dienen. Schließlich ist für diese Gefangenengruppe ein erhöhter Bedarf an medizinischer Versorgung zu berücksichtigen.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse hat die Justizvollzugsanstalt Detmold die Abteilung für lebensältere Gefangene nach kurzer Vorbereitungszeit im Juli 2007 eröffnet. Die Abteilung befindet sich räumlich mit 22 Haftplätzen unterhalb der sozialtherapeutischen Abteilung, ist von dieser aber vollkommen getrennt. Die Anbindung an das Haupthaus ist gewährleistet, durch die räumliche Trennung wird aber zugleich ein gewisser Rückzugsraum in der Anstalt geboten. Derzeit ist die Abteilung mit 22 lebensälteren Gefangenen belegt. Im Rahmen der angestrebten Anstaltserweiterung soll die Abteilung – dann ist eine Gesamtgröße von ca. 42 Haftplätzen vorgesehen – ausschließlich mit „Senioren“ belegt werden.

Die Betreuungskontinuität auf der Abteilung ist durch einen festen Personalstamm und feste Abteilungsbeamte gewährleistet. Konzeptionell ist auch die Einbeziehung Externer vorgesehen. Hier bestehen bereits erste Kontakte zu ehrenamtlichen Gruppen  im Detmolder Raum, die Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert haben. Im Bereich des Sportangebots gibt es bereits auf die besonderen Bedürfnisse abgestimmte Angebote, die noch weiter ausgebaut werden sollen.


 

© Die Anstaltsleiterin der Justizvollzugsanstalt Detmold, 2013